Wie hoch ist eine Abfindung? Faustformel, Tabelle, echte Zahlen
Geprüft durch spezialisierte Anwälte für Arbeitsrecht · Stand: Juli 2026
Inhaltsverzeichnis
Wie hoch ist eine Abfindung? Die Faustformel
Kurz: Der übliche Richtwert ist ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.
0,5 × Bruttomonatsgehalt × Beschäftigungsjahre
Die Formel stammt aus § 1a KSchG (Abfindungsangebot bei betriebsbedingter Kündigung gegen Klageverzicht) und hat sich als Referenz für Verhandlungen und gerichtliche Vergleiche etabliert. Wichtig: Sie ist eine Untergrenze der Verhandlung, keine gesetzliche Obergrenze.
Abfindungstabelle 2026: Betriebszugehörigkeit × Gehalt
Faustformel-Richtwerte (Faktor 0,5) auf einen Blick:
| Betriebszugehörigkeit | 3.000 € brutto | 4.000 € brutto | 5.000 € brutto | 6.000 € brutto |
|---|---|---|---|---|
| 2 Jahre | 3.000 € | 4.000 € | 5.000 € | 6.000 € |
| 5 Jahre → | 7.500 € | 10.000 € | 12.500 € | 15.000 € |
| 10 Jahre → | 15.000 € | 20.000 € | 25.000 € | 30.000 € |
| 15 Jahre → | 22.500 € | 30.000 € | 37.500 € | 45.000 € |
| 20 Jahre → | 30.000 € | 40.000 € | 50.000 € | 60.000 € |
| 25 Jahre → | 37.500 € | 50.000 € | 62.500 € | 75.000 € |
| 30 Jahre → | 45.000 € | 60.000 € | 75.000 € | 90.000 € |
Detaillierte Rechenbeispiele pro Betriebszugehörigkeit — inklusive Kündigungsfrist und Steuer: nach 5 Jahren, nach 10 Jahren, nach 15 Jahren, nach 20 Jahren, nach 25 Jahren, nach 30 Jahren.
Faktor 0,25 bis 1,5: Was die Höhe wirklich treibt
In der Praxis bewegt sich der Faktor pro Beschäftigungsjahr in einer Spanne — getrieben von:
- Prozessrisiko des Arbeitgebers (der größte Hebel): Fehler in Sozialauswahl, Betriebsratsanhörung oder Form machen die Kündigung angreifbar — und den Klageverzicht teuer.
- Betriebszugehörigkeit und Alter: längere Zugehörigkeit + schwerere Vermittelbarkeit = höhere Schutzwürdigkeit.
- Sozialplan/Programm-Lage: Läuft ein Freiwilligenprogramm (Stellenabbau 2026), setzen dessen Konditionen den Anker — oft mit Sockelbeträgen zusätzlich zum Faktor.
- Verhandlungsführung: Wer die Klageoption glaubwürdig auf dem Tisch hat (3-Wochen-Frist!), verhandelt aus der Stärke.
Faustformel vs. verhandelt: die Lücke ist Dein Geld
Die Tabelle oben zeigt Faktor 0,5. Reale Vergleiche und Sozialpläne liegen häufig darüber: Bei VW wurden Faktoren bis 1,5 vereinbart, Ford Köln zahlt Sockelbeträge von ca. 25.000–80.000 € zusätzlich zum Faktorbetrag. Für Dich heißt das: Zwischen dem Faustformel-Richtwert und dem verhandelten Ergebnis liegt oft das Ein- bis Dreifache — diese Lücke schließt man nicht mit einem Formular, sondern mit Verhandlung. Genau dort setzt unsere Partnerkanzlei an, ohne Kostenrisiko für Dich.
Und denk ans Netto: Die Abfindung ist steuerpflichtig (aber sozialversicherungsfrei) — was übrig bleibt, zeigt der Brutto-Netto-Rechner, die Regeln erklärt Abfindung versteuern.
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Schritt 1 von 3
Häufig gestellte Fragen
Der verbreitete Richtwert ist ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr (Faustformel aus § 1a KSchG). Bei 4.000 € brutto und 10 Jahren also 20.000 €. Verhandelt werden je nach Prozessrisiko des Arbeitgebers häufig Faktoren von 0,75 bis 1,5 — in Sozialplänen großer Arbeitgeber kommen Sockelbeträge dazu.
Eine Mindestzugehörigkeit für Abfindungen gibt es nicht — aber der Kündigungsschutz (KSchG) greift erst nach 6 Monaten Wartezeit in Betrieben mit mehr als 10 Mitarbeitern, und er ist der wichtigste Verhandlungshebel. Faustformel-Logik: Jedes weitere Jahr erhöht den Richtwert um ein halbes Monatsgehalt.
Der Faktor ist der Multiplikator pro Beschäftigungsjahr: Faktor 0,5 = die Faustformel, Faktor 1,0 = ein volles Monatsgehalt pro Jahr, Faktor 1,5 = das Dreifache der Faustformel. Sozialpläne und Vergleiche vor Gericht bewegen sich meist zwischen 0,25 und 1,5 — abhängig von Prozessrisiko, Alter, Branche und Verhandlungsstärke.
Beim gesetzlichen § 1a-Anspruch wird ein angefangenes Jahr von mehr als 6 Monaten auf ein volles Jahr aufgerundet (§ 1a Abs. 2 KSchG). In freien Verhandlungen ist auch eine anteilige Berechnung üblich — es gilt, was vereinbart wird.
Die Abfindung ist einkommensteuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei. Die Fünftelregelung (§ 34 EStG) mildert die Progression. Je nach übrigem Einkommen bleiben typisch 60–80 % netto — den konkreten Wert zeigt der Brutto-Netto-Abfindungsrechner.
Weil die Alternative teurer sein kann: Verliert der Arbeitgeber den Kündigungsschutzprozess, schuldet er Weiterbeschäftigung plus Annahmeverzugslohn für die gesamte Prozessdauer — oft mehr als ein Jahresgehalt. Je wackliger die Kündigung, desto mehr ist ihm Dein Klageverzicht wert.
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