Abfindung nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit: Das ist drin

Geprüft durch spezialisierte Anwälte für Arbeitsrecht · Stand: Juli 2026

Dein Richtwert nach 30 Jahren — Rechner vorausgefüllt

Kurz: Nach 30 Jahren liegt der Faustformel-Richtwert bei 15 Bruttomonatsgehältern — verhandelt oder im Sozialplan häufig deutlich mehr. Der Rechner ist mit 30 Jahren vorausgefüllt: Gib nur Dein Gehalt ein.

Schritt 1 von 3

Team Abfindung ist keine Kanzlei, sondern Prozessfinanzierer: Fachanwälte für Arbeitsrecht verhandeln für Dich eine höhere Abfindung ohne Kostenrisiko — Team Abfindung wird über eine Erfolgsbeteiligung vergütet, transparent erklärt auf der Kosten-Seite.

Tabelle: Abfindung nach 30 Jahren — nach Gehalt und Faktor

BruttomonatsgehaltFaustformel (0,5)Faktor 0,75Faktor 1,0
3.000 €45.000 €67.500 €90.000 €
4.000 €60.000 €90.000 €120.000 €
5.000 €75.000 €112.500 €150.000 €
6.000 €90.000 €135.000 €180.000 €

Welcher Faktor realistisch ist, hängt vom Prozessrisiko des Arbeitgebers ab — die Spanne und ihre Treiber erklärt der Ratgeber Wie hoch ist eine Abfindung?

Der gesetzliche Anker: § 1a KSchG und Deine Kündigungsfrist

Bietet Dir der Arbeitgeber bei einer betriebsbedingten Kündigung die Abfindung nach § 1a KSchG an (gegen Klageverzicht), stehen Dir bei 30 Jahren exakt 15 Monatsverdienste zu.

Genauso wichtig: Deine ordentliche Kündigungsfrist beträgt nach 30 Jahren 7 Monate zum Monatsende (§ 622 Abs. 2 Nr. 7 BGB). Sie ist doppelt Geld wert — als Gehalt bis zum Fristablauf und als Schutz vor dem Ruhen des Arbeitslosengelds (§ 158 SGB III), wenn ein Vertrag sie verkürzen will.

Nach 30 Jahren: Maximalwert — aber Vorsicht vor der Rentennähe-Kürzung

30 Jahre sind der rechnerische Maximalfall: 15 Monatsverdienste nach § 1a KSchG, die längste Kündigungsfrist des Gesetzes und eine praktisch unantastbare Position in der Sozialauswahl. Der kontraintuitive Haken: Ausgerechnet die längste Zugehörigkeit kann im Sozialplan weniger bekommen als 20 Jahre — weil Sozialpläne Leistungen für rentennahe Beschäftigte kürzen oder ausschließen dürfen (§ 10 Satz 3 Nr. 6 AGG), wenn nach dem Arbeitslosengeld-Bezug eine (gegebenenfalls vorgezogene) Rente möglich ist.

Deshalb ist nach 30 Jahren die Gesamtrechnung wichtiger als die Schlagzeile: Abfindung, bis zu 24 Monate ALG I ab 58 (§ 147 Abs. 2 SGB III), Rentenabschläge bei vorgezogenem Beginn (0,3 % pro Monat), die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte nach 45 Beitragsjahren und die Fünftelregelung greifen ineinander. Ein pauschaler Sozialplan-Formelwert bildet das nicht ab — Deine individuelle Rechnung schon.

Steuer-Beispiel: Was von der Abfindung nach 30 Jahren netto bleibt

Modellrechnung mit 4.000 € brutto/Monat (48.000 € Jahresbrutto), ledig, Grundtarif 2026, Fünftelregelung (§ 34 EStG): Auf die Faustformel-Abfindung von 60.000 € entfallen rund 20.310 € Steuern — netto bleiben ca. 39.690 € (effektive Belastung 33,9 %, Sozialabgaben: keine).

Rechne Deinen Fall im Brutto-Netto-Abfindungsrechner — die Regeln (und die Änderung zum 01.01.2025) erklärt Abfindung versteuern.

Automatisiert berechnete Modellwerte; ersetzt keine Steuerberatung.

Häufig gestellte Fragen

Nach der Faustformel: 0,5 × Bruttomonatsgehalt × 30 Jahre = 15 Monatsgehälter. Bei 3.000 € sind das 45.000 €, bei 5.000 € 75.000 €. Die Formel entspricht dem gesetzlichen § 1a-KSchG-Wert; verhandelt ist häufig mehr drin.

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